Legasthenie ist keine Modeerscheinungen, sondern eine medizinisch nachweisbare
"Teilleistungsstörung" auf dem Gebiet der Sprachverarbeitung /
Reproduktion und überträgt sich auch in nicht wenigen Fällen auf den Zahlen-/Mengen-/Rechenbereich (Dyskalkulie).
Sie
führt zu einer "Andersfunktion" auf verschiedenen Ebenen im
Gehirn :
a. in
der optischen / akustischen Wahrnehmung
b. die
Vernetzungen in sprachverarbeitenden Bereichen sind schwächer
und schlechter ausgeprägt.
Sie sind nicht auf eine allgemeine Intelligenzschwäche zurückzuführen, sondern setzen als Minimum eine normale Intelligenz (= IQ 90) voraus, und die jeweils gemessenen Fehlleistungen im Deutschen im deutlichen Widerspruch (10 Punkte Differenz) zur jeweiligen Intelligenz des Betroffenen stehen, um eine Legasthenie zu begründen. Außerdem lassen sich im
Regelfall optische und/oder akustische Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen nachweisen.
Eine Legasthenie ist daher nichtheilbar.Sie
lässt sich aber mittels Therapie /gezielter Förderung im Sinne der
"Normalverarbeitung" steuern.
Dies
zu lernen leistet eine allumfassende - auf das einzelneKind bezogene - Einzelförderung.
Nein ! Eine
Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS) kennt weder diese Ursachen
noch so tiefgreifende Defizite wie bei einer Legasthenie in der
Sprachverarbeitung.
Die
LRS ist eine Begabungsschwankung im Verhältnis zum
Gesamt-IQ. Meist lässt sie sich fast völlig oder zumindest in weiten
Teilen beseitigen. Zur
Unterscheidung von Legasthenie und LRS sind daher differenzierte Tests notwendig. Erst nach solchen Tests kann eine Fördermaßnahme geplant
werden.
Symptomliste
für umschriebene Entwicklungsstörungen des
Schriftspracherwerbs Müssen
mehrere Punkte der folgenden Aufstellung bejaht werden, sollte eine
Legasthenie-Untersuchung durchgeführt werden !
1. Auffälligkeiten beim Erwerb der Schriftsprache
im Schreiben und Lesen , trotz häuslichem Üben länger seit 3 Monaten , ab der 1. , 2. , 3 Klasse
2. Lesen
Leseunfähigkeit am Ende der 1. und der 2. Klasse, verlangsamtes Lesen in den weiteren Klassen, fehlerhaftes Lesen, disrythmisches Lesen, verständnisloses Lesen,Leseunlust ;
3. Rechtschreibung
fehlerhaftes Abschreiben ,Fehlerhäufung in Diktaten un Aufsätzen ,Verwechslung von formähnlichen Buchstaben ( b-d , p-q , ie-ei usw. ), Auslassen und Vertauschen von Buchstaben Silben und ganzen Wörtern , Versagen bei der Wiedergabe komplizierter Wortaufbauten, Verwechslung von klangähnlichen Buchstaben (ch-sch-tsch), überdurchschnittliche Fehlerhäufung bei Dehnung und Dopplung, Schreibunlust
;
4. Freie sprachliche Äußerung
unklare Artikulation bis zu Sprachfehlern, stockendes Sprechen, unzureichender Wortschatz, Begriffsfindungsnot, syntaktische Armut, grammatikalisch vereinfachtes oder unkorrektes Sprechen / Schreiben, Diskrepanz zwischen stilistischen Niveau mündlicher und schriftlicher Äußerungen ;
5. Mündliche und schriftliche Merkfähigkeit
erschwertes Auswendiglernen, ungenügende Merkfähigkeit für neue Klangbilder, ungenügende Merkfähigkeit für neue Wortbilder
6. Motorik
verkrampfte Schreibhaltung / bewegungen, ungleichmäßiges bis verzerrtes Schriftbild, verlangsamte Schreibgeschwindigkeit
Lesetest (Wort/Sätze, sinnfassendes Lesen eines Textes)
Tests zur Lautdifferenzierung
Überprüfung der sprachmotorischen Fähigkeiten und Möglichkeiten
Tests zur Buchstaben- / Lautzuordnung im Wort
Tests zur optischen / akustischen Wahrnehmungsverarbeitung
Überprüfung der interlektuellen Verarbeitungsmuster
Überprüfung der Verhaltenweise bei der Informationsentnahme
Untersuchung/ Einschätzung der Persönlichkeitsstruktur /Lernstrategien
Diese Symptomliste wurde vom Kinderzentrum für Entwicklungs- und Lerntherapie, Institut für Legasthenie in Bochum / Dortmund zusammengestellt : http://www.legastheniker-therapie.de
Wird die Bewältigung des täglichen Lebens mit legasthenen Kind ein Familienproblem ?
Jedes Kind ist anders, keine Legasthenie verläuft wie die andere, jede Familie reagiert unterschiedlich auf diese Tatsache. Patentrezepte, die für alle passend wären, gibt es nicht. Meist wird die Legasthenie bei einem Kind erst sehr spät entdeckt (so auch bei uns). Dann haben Kummer u. Verzweifelung meist schon erheblich das Eltern-Kind-Verhältnis gestört. Auch
wir haben das alles erlebt, die Verzweifelung, die Hoffnungslosigkeit, die Ängste und Sorgen um die Zukunft des Kindes. Letztendlich muss man aber lernen das Legasthenie kein Schicksal ist das hingenommen werden muss. Die Eltern und das Kind müssen lernen, mit der Legasthenie zu leben ! Sie als Eltern haben es in der Hand ob die zukünftigen Jahre schwer oder gut werden. Ihr Kind und Sie müssen die Behinderung, die durch Legasthenie verursacht ist, akzeptieren lernen. Dies hat höchste Priorität und steht über
allen Bemühungen, die Fehleranzahl zu verringern. Ihr Kind darf sich nicht mehr schämen, wenn es eingestehen muss, das es nicht fehlerfrei lesen und schreiben kann.Das wird ein langer und schwerer Weg. Aber mit dem nötigen Familienzusammenhalt, viel Liebe u. Verständnis und beim Lernen natürlich unendlich viel Geduld, kann man den Weg für das Kind erheblich erleichtern und vor allem sein Selbstvertrauen stärken. Diese Webseiten sollen Ihn ein wenig Hilfe auf dem Weg zum Ziel geben ! Und
denken sie immer daran : Alles ist besser als nichts tun !
Das wichtigste sind erstmal verständnisvolle Eltern. Darher ist es sehr wichtig, das "beide" Elternteile sich genau über Legasthenie u. seine dadurch bestehenden Behinderungen informieren.
Nur wer Legasthenie selber begreift wird auch das Verständnis u. die Geduld aufbringen !
Entmutigte Kinder brauchen zunächst einmal dringend Erfolgserlebnisse. Deshalb sollte man sie anfangs im schulischen Bereich unterstützen und entlasten. Wie genau erkläre ich noch unter dem Menüpunkt : "Hausaufgaben".
Im zweiten Schritt sollten Sie dafür sorgen, für ihr Kind ausserschulische Erfolgserlebnisse herbeizuführen. Auf diese Weise wird ihr Kind selbstsicherer und wird sich mehr zutrauen. Deshalb sollten Sie ganz bewußt einen Kurs/Sport oder ähnliches wählen, in dem ihr Kind möglichst eine "Hauptrolle" einnimmt . Es sollte also möglichst ein Hobby sein wofür ihr Kind besonders talentiert ist u. im Ergebnis oft bewundert
oder beachtet wird. Tanzen, Musizieren, Turnen,Malen ............. Auch ihr Kind wird etwas ganz besonders gut können. Beispiel : Mein Sohn bastelt u. malt für sein Leben gern. Wir haben ihn an einer Kreativschule angemeldet wo er nicht nur seine "Werke" herstellen kann , sondern diese auch beizeiten ausgestellt werden, um dann eben von den Besuchern bewundert zu werden . Gerade die Ausstellung ihrer Werke oder die Vorführung ihrer Künste vor Publikum, das ihnen Anerkennung und Bewunderung entgegenbringt,
läßt legasthene Kinder lernen, ihre Angst zu meistern, wenn sie vor der Klasse ihr Wissen zeigen müssen. Wählen Sie aber bitte keinen Kurs/Sport der wieder nur mit Leistungszwang verbunden ist. Ihr Kind sollte dort keinen Mißerfolg mehr erfahren . Darher wäre ein Fußballklub, der in ihrem Kind nur einen zukünftigen Bundesligaspieler sieht auf keinen Fall empfehlenswert. Von allen Sportarten oder Kursen in denen Leistungstuniere vordergründig sind , würde ich abraten.
Update (13.5.2009) : Ich möchte an dieser Stelle eine besondere Sportart, und zwar WingTsun empfehlen, nachdem wir nun 2 Jahre sehr gute Erfahrung damit gemacht haben . Mein Sohn hat über diesen Sport eine Menge Sellbstbewusstsein gewonnen WingTsun ist kein Wettkampfsport, sondern auf Selbstverteidigung
spezialisiert ! Weitere Informationen über diese Sportart finden sie unter der Webseite :http://www.wingtsun.de/wingtsun/wingtsun-kampfkunst.html
Alle WingTsun -Schulen bieten ein kostenloses Probetraining oder auch Ferienkurse .
Ein Legastheniker der sich aufgegeben hat, hat keine Freude mehr an der Arbeit ! Soweit darf es aber gar nicht erst kommen ! Nur wie bekommt man Legasthenieförderung u. Hausaufgaben ohne Streß erledigt ? Wie schaffe ich es das mein Kind auch noch willig mitarbeitet ? Das ist gar nicht so schwer und Sie sollten nur auf drei wichtige Dinge achten :
a.) Hilfe u. Entlastung bei den Hausaufgaben
b.) Unlust bei den Hausaufgaben oder beim Üben nie bestrafen ! Auch nicht mit Fernsehverbot oder Ähnlichem !
c.) Belohnen Sie Ihr Kind für seine zusätzliche Mühe
Die Belohnung ist eine wichtige Säule im Umgang mit legasthenen Kindern. Leider wird Diese viel zu oft vergessen oder Eltern sind einfach verunsichert, weil die Schule/Lehrer ein Belohnungssystem meist nicht gutheißen. Hierbei wird aber oft vergessen,
das Legastheniker viel mehr Mühe und Arbeitsaufwand haben um zumindestens ausreichende Ergebnisse zu erzielen. Dieser zusätzliche Aufwand sollte auch belohnt werden u. zwar nicht nur mit Worten.
Wichtig !Eltern sollten nie nur das Ergebnis einer Arbeit belohnen, sondern immer die Mühe und Anstrengung anerkennen, die ein Kind aufbringen muß, um überhaupt zu irgendeinem Ergebnis zu kommen !
Wenn Sie also zusätzlich mit Ihrem Kind für eine Klassenarbeit üben, muß diese zusätzliche Arbeit belohnt werden. So wird ihr Kind freudiger die Zusatzarbeit erledigen wollen u. es hat nicht das Gefühl das sich diese Arbeit eh nicht lohnt, denn gute Klassenrbeiten werden ja leider selten sein.
Und womit soll ich mein Kind belohnen ? Mit Geld ? : Sicher ist nichts dagegen einzuwenden wenn sie ihr Kind mal "mal" mit Geld belohnen , allerdings sollte dies nicht ausschließlich als Belohnung dienen.
Ich denke eher an ein Belohnungssystem das sie am besten mit Ihrem Kind zusammen erstellen. Beispiel : Für jede erledigte Hausarbeit u. zusätzliche Übung gibt es ein Sternchen auf einem Wandkalender. Für Hausarbeit 1 Sternchen u. für die Legasthenieübung 2 Sternchen. Nun denken Sie sich mit Ihrem Kind zusammen Belohnungen aus : Ausflug, Kino,Zelten,Radtour,Buch vorlesen,Zoo,ein neues Auto für die Sammlung,
ein Eis usw. . Eben Dinge die ihrem Kind Freude machen. Es gibt "grosse" u. "kleine" Belohnungen die immer einen gewissen Sternwert haben . Am Ende der Woche soll es immer eine Belohnung geben ! Auch wenn ihr Kind nur wenig Sternchen erarbeitet hat . "Eine Geschichte vorlesen" könnte zum Beispiel eine kleine Belohnung sein, für eventuell 3 Sternchen. Allerdings sollten die Belohnungen nach 1 Woche nicht unerreichbar für Ihr Kind sein. 5 mal Hausaufgaben u. 2 mal Üben
in der Woche für 7 Sternchen sollte schon ein Kinobesuch wert sein !
Belohnen sie Ihr Kind aber nicht nur fürs zusätzliches Üben ! Ganz wichtig sind auch die "Troststernchen" , wenn es trotz intensiven Üben wieder eine Klassenarbeit verpatzt hat. Oder ihr Kind wurde von der Klassengemeinschaft ausgelacht, weil es nur stotternd vorlesen konnte, falsch an die Tafel geschrieben hat.
Leider ist es ein sehr mühevoller Weg, bis sich die Zusatzarbeit auch in bessseren Noten bemerkbar macht. Aber ohne Anerkennung seiner Mühe wird sich kein Legastheniker mehr anstrengen wollen ! Deswegen bitte nie vergessen : Belohnung muß sein !
Besonders legasthene Kinder brauchen einen geregelten u. störungsfreien Tagesablauf. Große Unternehmungen, viel Besuch, zu späte Nachtruhe und zuviel Fernsehen bewirken meist Leistungsrückschläge bei diesen Kindern. Wenn man das weiß, fällt es sicher nicht schwer konsequent auf eine ausgeglichende Familienatmosphäre zu achten.
So wichtig wie ein ruhiger u. regelmäßiger Tagesablauf,
sind auch erholsame Ferien. Gerade diese Kinder brauchen eine unbelastete Zeit um ihren Kummer zu vergessen. Ihr Kind braucht hin und wieder eine Zeit und einen Ort, wo es nicht an Schule u. seinem Kummer erinnert wird ! Wenn Sie nicht mit Ihrem Kind fortfahren können, versuchen Sie doch das Kind mit Verwandten, Freunden oder mit einer Jugendgruppe verreisen zu lassen . Auch viele Jugendeinrichtungen vor Ort , bieten tolle Ferienprogramme. Günstig sind auch die Reisen und Stadtrandlager der Diakonie , Caritas
usw. .
Wichtig ! : Sicher wird ihr Legastheniker nach den Ferien vieles vergessen haben. Längst überwunden geglaubte Fehler wieder präsentiert werden. Bitte verzweifeln sie dann nicht ! Ein ausgeruhtes Kind wird schnell wieder aufholen. Aber ein Kind das auch in den Ferien nur mit Übungen geplagt wurde, bekommt nicht die nötige Erholung u. den Abstand zu seinen Problemen.
Ihr Kind braucht diese Erholung aber noch viel dringender wie andere Kinder, denn es muss ja für sein Ziel immer doppelt so viel arbeiten.
Wie alle Kinder braucht auch der Legastheniker die Geborgenheit in der Familie. Und das in einem weit stärkeren Maße u. einem sehr viel längeren Zeitraum, wie seelisch u. körperlich vollkommen gesunde Kinder . Das Verständnis "beider" Elternteile ist schon die größte Hilfe, die sie ihm geben können. Ihr Kind sollte immer daran denken können,daß die Familie weiß, das es trotz schulischer Probleme kein Versager ist. Es
muß die Sicherheit haben über jeden Kummer sprechen zu können u. das es dann auch den nötigen Trost erfährt. Gut wäre es, wenn immer ein Elternteil zu Hause wäre, wenn das legasthene Kind von der Schule kommt. Es sollte gleich alle belastenden Erlebnisse loswerden können u. getröstet werden. Ihre eigenen Sorgen, Verzweifelung, Ängste u. vieleicht auch ihre Enttäuschung über schlechte Noten, sollten Sie ihr Kind bitte nicht spüren lassen. Ich weiss aus eigener Erfahrung , das das besonders schwer
ist u. wahrscheinlich auch nicht immer gelingt. Dennoch ist es sehr wichtig, um ihr Kind nicht noch zusätzlich zu belasten.
Denken Sie immer daran, das ihr Kind immer mehr Kummer u. Leid erfahren muß/wird wie andere Kinder. Deshalb verwöhnen u. beschützen Sie es wo immer Sie nur können. Man wird ihnen wahrscheinlich vorwerfen, ihr Kind zu sehr an sich zu binden, nicht selbständig werden zu lassen u. zu sehr zu verwöhnen. Man wird ihnen "Überhütung" unterstellen, aber lassen Sie sich nicht davon irritieren. Tun Sie immer das was
Sie gefühlsmässig für richtig erachten u. "zuviel Liebe" kann es gerade für einen Legastheniker gar nicht geben.
Keine Freunde ? Schwierigkeiten Kontakte zu knüpfen ? Leider kommt es sehr oft vor, das Legastheniker von ihren Klassenkameraden abgelehnt werden. In ihren Augen ist er meist dumm u. auch irgendwie komisch. Wenn er dazu noch ein agressives Verhalten an den Tag legt, ziehen sich die Klassenkameraden meist ganz zurück. Und auch die "Stillen" haben es meist sehr schwer. Für sie ist es schon schwer überhaupt Kontakte zu
knüpfen u. wenn sie noch Spott ausgesetzt sind können sie sich kaum zur Wehr setzen. Das Kind ist immer ein bischen Außenseiter : Es braucht für alles länger, kann noch nicht die Uhr lesen, keine Schuhbänder binden, muß üben wenn andere schon draussen spielen usw. So ist es halt viel schwerer Anschluß zu finden.
Was können Sie tun um ihren Kind zu helfen Freunde zu finden ?
Fragen Sie die Lehrer, wer zu ihrem Kind passen könnte
Suchen sie selber Kontakt zu anderen Eltern
Teilen sie das Problem ihres Kindes ruhig mit. Sie werden sich wundern wieviel Verständnis ihnen u. ihrem Kind von vielen entgegengebracht wird.
Sprechen sie auch mit den Kindern/Freunden und erklären Legasthenie. So können sie im Vorfeld Missverständnisse ausräumen.
Laden sie häufig Kinder zu sich nach Hause ein oer treffen selber Verabredungen mit den Eltern der Kinder für einen Spieltag
Vermitteln sie Hobbys und Jugengruppen außerhalb der Schule damit ihr Kind einen Freundeskreis bekommt.
Ihr Kind sollte möglichst schnell lernen frei und offen über seine Legasthenie zu sprechen. Es werden sich sicher immer Kinder finden, die dafür Verständnis haben. Und so findet Ihr Kind dann "wirkliche" Freunde
Förderkurse für Legastheniker sollte es eigentlich an allen Schulen geben. Die LRS-Erlasse* sehen das jedenfalls so vor. Leider besteht diese Forderung meist nur auf dem Papier. Bei einer leichten Legasthenie ist ein Förderkurs sicher ausreichend u. Eltern haben das Recht auf eine Einrichtung zu bestehen. Kämpferischen Eltern mag dies auch gelingen, aber nicht alle Eltern haben dieses Naturell. Auch sind diese Kurse bei
einer starken Legasthenie nicht zu empfehlen. Ist ein Förderkurs doch eingerichtet, hat er leider sehr oft , viel zu grosse Gruppen, findet selten statt weil die Lehrkraft woanders gebraucht wird, oder wird als "Sammelbecken" für alle lernrückständigen Kinder mißbraucht. Dann wird dieser Kurs meist noch auf die letzte Stunde verlegt, wo die Kinder bereits schon müde sind. Solche Stunden sind wirklich nur für leichte Formen der Legasthenie empfehlendswert.
Um eine optimale schulische Hilfe zu erhalten sollten wir Eltern auf eine Differenzierung zwischen Legasthenikern u. LRS-Kindern bestehen. Die Therapie für einen Legastheniker muß einfach anders aussehen, ist aufwendiger, zeitintensiver u. auch kostspieliger, als für Kinder die nur Lücken aufarbeiten müssen. Es kann nicht für alle Schwächen die gleiche Therapie geben ! Die so hochgepriesende "innere Differenzierung"
kann dem Legastheniker ebenfalls nicht gerecht werden. Förderung für Legastheniker umfasst eben mehr als die üblichen LRS-Übungen.
Einbezug des Turn - , Musik - und Kunstunterichtes zur Förderung der Wahrnehmung
Das ist natürlich noch reines Wunschdenken, denn die wenigsten Schulen bieten solch eine umfangreiche Therapie an. Über die Gründe warum das so ist,möchte ich hier gar nicht schreiben, denn wirklich interessieren muß uns Eltern das nicht, oder ? Hier muß also noch viel geschehen um diese Mißstände zu beseitigen.
Nicht viel besser sieht es bei der schulischen Diagnose von Legasthenie aus. Leichte Fälle von Legasthenie werden gerade bei besonders begabten Kindern gar nicht erst erkannt, weil sie die Defizite eine Weile durch Fleiß ausgleichen können. Diese Kinder fallen sogar meist erst in der 7.-9. Klasse auf. Die Kinder mit schwerer Legasthenie rutschen ebenfalls durch das schulische Grobdiagnoseraster. Ihre Begabung wird wegen ihrer
Unzulänglichkeit in schulischen Tests meist gar nicht entdeckt und sie landen in den meisten Fällen auf der Förderschule.
Hilfe von den Lehrern aber wie ? Die Lehrer können die Legastheniebehandlung für ihr Kind nicht übernehmen, dennoch können gerade sie unendlich viel für ihr Kind tun. "Bei so viel Kindern in der Klasse kann ich keine Ausnahme machen " ,ist eine häufige Ausrede von Lehrern, mit der Sie sich nicht abspeisen lassen sollten.So viel Mehraufwand hat ein Lehrer durch ihr Kind nämlich nicht u. es soll sogar Lehrer geben die
es trotz großer Klassen geschafft haben solche Kinder besonders zu fördern. Aber nun gut, wir wollen ja nicht gleich die ganze Hand nehmen, sondern begnügen und erstmal mit dem kleinen Finger :-) . Und es sind wirklich nur Kleinigkeiten, also aufgepasst liebe Lehrer *Äugleinknipser*
Das Kind bitte niemals vor der Klasse demütigen oder blamieren !
Aufmunterung u. lobende Worte unter Aufsätzen u. Diktate
Im Leseunterricht kommt der Legastheniker immer am Anfang der Stunde dran, wenn er sich noch gut konzentrieren kann
Fehler werden nicht mehr rot markiert , sondern nur noch richtig g eschriebene Wörter bekommen diese Farbe
Unter dem Diktat stehen niemals die Anzahl der Fehler sondern immer nur die Anzahl der richtig geschriebenen Wörter
Beim legasthenen Kind bitte auf Textaufgaben im Matheunterricht verzichten oder vorlesen
alle Test´s die das Lesen u. Beantworten von Fragen beinhalten bitte mündlich prüfen, oder wenigstens die Fragen vorlesen
Ein Legastheniker gehört bitte nicht an die Tafel, denn auch die/der liebste Lehrerin/Lehrer wird nicht verhindern können das die Klasse lacht
Vorlagen für Klassenarbeiten bitte nich handschriftlich oder mit schwachen Druck anfertigen
Eine Zeitverlängerung würde vielen Kindern schon helfen
Hausaufgabenerleichterung damit Zeit zum Üben bleibt
Diese Liste lässt sich sicher noch erweitern u. individuell auf die Probleme jedes betroffenden Kindes anpassen. Und liebe Eltern vergessen Sie bitte nicht, sich beim Lehrer zu bedanken, wenn er Verständnis hat u. Entgegenkommen zeigt. Auch Lehrer brauchen ab und zu ein ein Lob !
*LRS-Erlass = Ein Rundererlass des Kultusministeriums
zur Förderung von Schülerinnen und Schülern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens
Durch die Eltern: Da Förderkurse durch Psychologen oder Pädagogen meist sehr teuer sind, entschließen sich viele Eltern, die Förderug ihres Kinds selber zu übernehmen. Welche Vorrausetzungen sie für das eigene Fördern mitbringen sollten, erkläre ich noch genauer unter dem Punkt :Eltern helfen fördern
Pädagogen u. Lerntherapeuten: Der Therapeut sollte in jedem Fall in der Legastheniearbeit erfahren sein. Legasthenieunterricht muß anders gestaltet werden wie ein einfacher Nachhilfeunterricht.. In der Legasthenieförderstunde sollten nie mehr wie 4-5 Kinder gemeinsam unterrichtet werden, um die nötige Ruhe zum lernen, zu gewähren.
Bei einer schweren Legasthenie wäre sogar eine halbjährige Einzeltherapie zu bevorzugen. Um so intensiver der Therapeut auf jedes Kind u. seine persönlichen Schwächen eingehen kann, je schneller wird man auch mit Besserung rechnen können. Sehr wichtig ist auch, das ihr Kind die Lehrkraft mag. Was nutzt die beste Förderung, wenn ihr Kind nur mit Bauchschmerzen dort hin geht.
Psychologen,Jugendpsychiater: Wahrscheinlich wurde bei ihrem Kind die Legasthenie erst sehr spät festgestellt, wie leider viel zu oft. Dann kann es sein, das ihr Kind sich schon nur noch als Versager sieht, nicht mehr in die Schule gehen mag oder dort die Mitarbeit verweigert. Eventuell sind auch die Hausaufgaben nur noch ein täglicher Kampf. Dann sollten Sie mit ihrem Kind einen Psychologen aufsuchen. Auch hier
gilt wieder : Ihr Kind muß Zutrauen haben u. den/die Psychologen/gin mögen.
Ergotherapeuten,Krankengymnasten,Logopäden,Motologen,
Motopäden: Bei den meisten Kindern mit Teilleistungsstörungen, kann man auch immer Wahrnehmungsstörungen feststellen. Diese Kinder brauchen eine spezielle Therapie durch die oben genannten Fachleute.
Therapiekostenübernahme: Die Kosten für Ergotherapeuten,Krankengymnasten, Logopäden, Motologen, Motopäden , übernimmt bei schwer wahrnehmungsgestörten Kindern die Krankenkasse. Therapiekosten für eine Legasthenieförderung sind meist sehr hoch u. können von vielen Eltern nicht bezahlt werden. Unter gewissen Umständen werden die Kosten dann über das Kinder- und Jugendhilfegesetz übernommen. Eltern müssen
dafür einen Antrag beim Jugendamt stellen. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.
Mein Tip:Um eine berechtigte Kostenübernahme zu überprüfen, wird sich das Jugendamt sehr wahrscheinlich mit den Lehrkräften ihres Kindes in Verbindung setzen. Wichtig ist dann, das die Deutschlehrkraft (bzw. Mathelehrkraft bei
Dyskalkulie) eine außerschulische Therapie für sinnvoll erachtet und entsprechende
Empfehlungen an das JA schreibt/ausspricht . Leider kann ich aus meiner Erfahrung sagen ist es sehr schwer, eine Therapie über das Jugendamt bezahlt zu bekommen, wenn die Lehrkraft dieses nicht 100% unterstützt. Also am besten vor Antragsstellung mit den Lehrern über eine außerschulische Therapie sprechen u. um Unterstützung bitten. Dann wird es sicher einfacher eine Therapie finanziert zu bekommen.
"Mütter helfen ihren Kindern" ist wohl ein außerordentlich konfliktbeladenes Thema. Ich spreche hier jetzt ganz bewußt nur über die Mütter, da die Rollenverteilung Vater sorgt für den Lebensunterhalt und Mutter ist für die Kinder da , doch noch in den meisten Familien fest verankert ist. Wenn sie ihr Kind selber fördern, werden sie sich auch ein dickes Fell zulegen müssen :
" Du mußt jeden Tag mit Deinem Kind üben ? Wie schrecklich ! "
" Da wird dein Sohn aber ein Muttersöhnchen werden."
" Diese starke Mutterbindung, unverantwortlich. Das kann nicht gutgehen."
" So wird das Kind ja nie selbständig. "
Das sind nur einige Aussprüche auf die Sie vorbereitet sein sollten. Es wird Sie ärgern aber auch stark verunsichern. Wer will auch schon ein Muttersöhnchen großziehen ? Anderseits sehen Sie wie ihr Kind vor dem Schulstoff verzweifelt. Und jetzt wollen sie ihr Kind ohne Hilfe lassen ?
Ich sage : " Nein, helfen sie ihrem Kind wo Sie nur können ! " Stellen Sie ihre Ohren auf Durchzug und tun Sie das, was sie selber als wichtig erkannt haben. Es wird nicht immer leicht sein sich gegen gängige Meinungen durchzusetzen, aber machen Sie sich immer wieder klar : Sie und ihr hilfsbedürftiges Kind bilden eine Art Notgemeinschaft eben ein Zweckbündnis auf Zeit ! Diese Gemeinschaft ist nur
entstanden, weil ihr Kind diese Hilfe dringend braucht. Diese Bindung zwischen Mutter und Kind, hat überhaupt nichts mit der pathologischen überstarken Bindung einer neurotischen Mutter gemein. Mütter die ihre Kinder nicht loslassen können, tun dies weil Sie selbst psychische Störungen haben.
Die Notgemeinschaft mit ihrem Kind hat aber eindeutig andere Wurzeln ! Sie helfen ihrem legasthenen Kind, weil es alleine nicht zurecht kommt. Sie tun intuitiv nur das, was auch jede Tiermutter tun würde. Nämlich ihr Kind vor "Bedrohung" schützen u. verteidigen. Kindern mit sichtbaren Behinderungen wird schließlich auch solange geholfen, bis sie selbst mit ihrem Handicap leben können. Das hält jeder für selbstverständlich.
Lassen sie sich also kein schlechtes Gewissen einreden ! Das enge Verhältnis zu ihrem Kind wird sich von ganz allein wieder lösen. Nämlich dann wenn ihr Kind gelernt hat mit der Legasthenie umzugehen.
Ob die Mutter nun die richtige Lernhelferin ist steht hier nicht zur Debatte. Dieses Problem muß jede Mutter für sich selbst einschätzen. Aber gerade Pädagogen und auch Legasthenietherapeuten werden ihnen, in den meisten Fällen, jegliche Kompetenz absprechen. Ich glaube das hat vor allem folgende Gründe : Die soziale Position der professionellen Helfer wird bedroht oder zumindestens gemindert, wenn Mütter bei der Eigenförderung
Erfolge erzielen.Schließlich haben diese Helfer eine langjährige Ausbildung und verdienen ihre Brötchen damit.
Ich möchte hier aber nicht die Therapeuten verteufeln. Denn meist lernen sie wirklich nur Eltern kennen
, die sich selbst aus fachlichen, zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen mit der Förderung ihres Kindes überfordert fühlen. Wenn Mutter und Kind sich schon bei den Hausaufgaben ständig streiten u. dies auf beiden Seiten täglich mit Wutausbrüchen und Tränen endet ist es sehr vernünftig dies lieber einer Fachkraft zu überlassen.
Allerdings sollte das kein Grund für Therapeuten sein , allen Müttern jegliche Kompetenz abzusprechen, weil Sie sich noch "zusätzliche" Hilfe holen. Denn ganz ohne Mithilfe der Eltern, wird das Kind wahrlich langsamere Fortschritte machen. Tägliche Übungen mit der Mutter, kontrolliert von einem Fachmann sind sicher wirkungsvoller, als wenn die Mutter nur einmal wöchentlich Ihr Kind in der Legasthenietherapie "parkt".
In vielen Fällen wird ein schulische Fördermaßnahme nicht angeboten, oder reichen bei einer schweren Legasthenie nicht aus. Außerschulische Förderung kostet aber meist viel Geld, das viele Eltern nicht aufbringen können. Aus diesem Grund ziehen viele Eltern in Erwägung die Legasthenieförderung selber zu übernehmen. Aber das wirft natürlich Fragen auf : "Kann ich das ? Ich habe doch selber nur eine geringe Schulbildung ?
Geht das dann ? Vorbildung ? "
Sie brauchen keine spezielle Vorbildung oder gar ein Studium um Ihr Kind optimal zu fördern. Sie kennen doch ihr Kind am besten. Also sind sie auch der beste Lehrer Was sie allerdings brauchen ist viel Geduld u. Einfühlungsvermögen ! Dazu aber mehr unter dem Punkt "Anforderungen"
.
Methode
: "Die Methode" die für alle Legastheniker gleichsam zum Erfolg führt gibt es leider nicht. Die Kinder u. ihr Lernverhalten sind so verschieden wie ihre Legasthenien. Leider kommen sie hier wohl um ein "Probieren" nicht herum. Allerdings mögen es alle Kinder "abwechslungsreich" u. auch ein wenig spannend. So lernt wohl jeder leichter, als mit stupiden Auswendiglernen. Also die Methode ist nicht unbedingt entscheidend für den Fördererfolg, sonder einzig allein
das Bemühen um das legasthene Kind u. das das Kind diese Bemühungen nicht nur als Last empfindet, sondern auch Freude beim Lernen zeigt. Ich selber fördere meinen Sohn nach der Methode "Reuter Liehr" (lautgetreue Rechtschreibung) u. benutze noch zusätzliches Material wie die AOL Lernboxen , Arbeitsblätter von Lehrerseiten, Lernspiele usw.
Anforderungen
: Wenn sie ihr Kind selber fördern wollen, sollten sie sich darüber klar sein, daß dies ein jahrelanger Prozeß sein kann. Sie brauchen sehr viel Geduld u. die Fähigkeit auf Erfolge warten zu können. Bei minimalen Fortschritten u. Rückschlägen dürfen sie nicht enttäuscht sein. Und natürlich müssen sie die Zeit haben. Jede Förderstunde die sie ihrem Kind geben, bedeutet für Sie eine Stunde Vorbereitung ! Dies kann auch für sie eine sehr hohe körperliche u. seelische Belastung bedeuten.
Deswegen ist es sehr hilfreich, wenn Sie auch überwiegend, über eine sehr positive Lebenseinstellung verfügen. Übernehmen Sie die Therapie bitte nur dann selber, wenn Sie und ihr Kind es wirklich wollen. Ihr Verhältnis zum Thema "Schule" sollte möglichst noch ungestört sein und Sie sollten wirklich Freude daran haben ihr Kind zu fördern. Ihr Kind sollte sich bei ihnen als Lehrer/in pudelwohl fühlen u. immer das Gefühl haben : "Hier darf ich auch mal etwas falsch machen ! " Sie
als Lehrer/in sollten sich aber auch nicht selbst überfordern. Üben sie nur mit Programmen u. Konzepten mit denen Sie sich selber sicher fühlen. Binden Sie auch ruhig eigene Ideen mit ein, damit auch ihnen die Freude an der "Arbeit" erhalten bleibt. Wenn mal nicht gleich alles so klappt, werfen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn. Schließlich sind auch Sie nicht als Legasthenietrainer geboren u. müssen alles erst nach und nach lernen. Fangen Sie auftretene Probleme mit Ihrem Kind gemeinsam ab. Das
gibt ein herrliches "Wir-Gefühl" mit dem gemeinsamen Erlebnis : "Wir schaffen das !" Ein neues Gefühl von Zusammengehörigkeit wird zwischen ihnen und ihrem Kind entstehen !
Tips zur Förderung :
Entlastung bei den Hausaufgaben, damit auch Zeit für die Förderung bleibt !
Arbeiten sie jeden Tag mit ihrem Kind, aber nie am Sonntag !
Beginnen Sie mit 20 Minuten Förderung am Tag. Bei schweren Legasthenien nicht mehr wie 1 Stunde pro Tag !
Machen Sie Ausnahmen wenn : Ihr Kind zu müde oder abgespannt ist, ihr Kind krank ist, der erste Schnee gefallen ist :-) , bei Einladungen zum Spielen oder Geburtstagen, an einem viel zu heißen Sommertag :-) , oder einfach die Konzentration an diesem Tag sehr schwach ist.
Achten Sie auf genügend Pausen
Arbeiten Sie mit verschiedenen Materialen um für die Abwechslung zu garantieren. Eine für ihr Kind langweilige Förderung ist zwecklos !
Bauen Sie spielerische Übungen ein ( Malen, Tanzen, Singen,Lernspiele)
Bei schweren Legasthenien eignen Sie sich am besten die Lautgebärden an .
Vergessen Sie die Belohnungen nicht !
Unterstreichen sie Fehler bei Diktaten nie mit der Signalfarbe rot ! Mit rot werden nur die richtigen Wörter unterstrichen. Für die Fehler nehmen wir wechselnd bunte Farben.
Geben Sie ihrem Kind Erfolgserlebnisse mit Diktaten oder Übungen die ihm nur wenig Mühe bereiten !
Regelmäßige Wiederholungen sind für einen Legastheniker unerlässlich. Nach 1- 3 Tagen Kurzwiederholungen. Ebenso nach 10 Tagen. Besondere Schwierigkeiten werden nach 4 Wochen wieder aufgegriffen.
Überfordern Sie ihr Kind nicht u. versuchen Sie auch nichts zu erzwingen !
Seien Sie darauf vorbereitet, das es leider nicht immer gelingt mit dem Legastheniker einen glanzvollen Schulabschluß zu erreichen !
Kurzprogramm für eilige Eltern u. Kinder die nicht so recht Lust haben
Laut vorlesen lassen ! - 5-10 Minuten täglich
Konzentrationsübungen - 5 Minuten täglich
Abschreibübungen / Silbenübung - 10 Minuten , 1-2 x die Woche
ABC - Übungen, Nachschlagübungen, Reihenfolgenübungen : Monate, Tage, eventuell auch das Einmaleins usw. - 5 Minuten, 1-2 x die Woche
Lernspiele / Computerlernspiele - bei Lust jeden zweiten Tag
Diktat / Lernkontrolle - alle 3 Wochen
Üben mit dem Karteikasten - 5-10 Minuten , 2-3 x wöchentlich
Schnellschreibtraining ab 4. Klasse - 5 Minuten , 2x wöchentlich
Schnelllesetraining ab 4. Klasse - 5 Minuten , 2x wöchentlich
Dies ist nur meine persönliche Empfehlung. Natürlich kann dies je nach Lernwillen des Kindes variieren. Nur "laut Vorlesen" ist in jedem Fall eine tägliche Pflicht !
Die Hilfen richten sich nach dem Schweregrad der Legasthenie und dem Alter des Kindes. Art u. Schweregrad der Lese-bzw. Rechtschreibstörung sind bei jedem Legastheniker verschieden. Es gibt darher kein Material u. keine Methode die jedem Legastheniker gerecht werden könnte. Da ich selbst mit meinem Sohn erst Erfahrungen im Bereich der Grundschule sammeln konnte, beziehen sich meine Tips u. Materialempfehlungen auch nur
auf Grundschulkinder.
Hilfe bei Legasthenien : Bevor Sie mit ihrem Kind anfangen zu üben kontrollieren Sie bitte erst , ob das Alphabet auch schriftlich beherrscht wird. Sollte dies noch nicht der Fall sein müssen Sie mit ihrem Kind erst diese Grundlagen oder Lücken aufarbeiten. Ich habe für das Aufarbeiten der Grundlagen , für meinen Sohn, das Arbeitsheft mit CD-ROM von den Tobis verwendet. Sie können natürlich auch ein anderes Erstlernheft verwenden. Lassen sie sich in einer Bücherei beraten.
Wenn dann jeder einzelnde Buchstabe geläufig geschrieben wird, können sie mit leichten Abschreibübungen beginnen. Die Texte sollten interessant u. zunächst sehr leicht sein. Zuerst sollten sie nur Silben üben , dann Wörter und schließlich Satzteile und ganze Sätze. Beim Schreiben wird die Silbe oder das Wort immer laut mitgesprochen. Das prägt sich besser ein und hilft Fehler zu vermeiden. Sehr hilfreich für den Legastheniker ist es ,am Anfang, nur lautgetreue Wörter
zu verwenden. Die meisten Wörter des deutschen Wortschatzes sind eh lautgetreu. Wenn alle lautgetreuen Wörter beherrscht werden, ist die Fehlerquote also schon erheblich eingeschränkt. Für die anderen Wörter werden feste "Regeln" verwendet an die sich ihr Kind orientieren kann.
Ich arbeite mit meinem Sohn nach der Methode von Carola Reuter-Liehr (Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung) nach einem festen Stundenablauf. Dieses Lernmaterial ist in der Anschaffung erst einmal etwas teurer, allerdings
kann man das Material sehr gut bis zur 9. Klasse einsetzen. Näher beschreibe ich das Programm unter dem Menüpunkt Reuter-Liehr unter "Übungen" (Kurzbeschreibung)
. Sie können aber auch die Seite der Autorin besuchen um sich genauer zu informieren: LRS-Therapie
Beim Abschreiben sollte ihr Kind versuchen , nach genauem Hinschauen , Sätze auswendig aufzuschreiben. Das geht anfangs nur silbenweise u. sollte dann langsam gesteigert werden. Schauen Sie sich als Beispiel dazu mal die kostenlosen"Silbenbögen"auf meine Übungsseite
an ! Ist das Kind unsicher darf es natürlich immer wieder hinschauen , um dann auswendig weiterzuschreiben. Dabei sollte ihr Kind immer laut Mitsprechen.
Üben Sie während der Schultage aber nie länger wie 30 Minuten. Sollte ihr Kind noch zusätzlich Mathematikförderung benötigen, teilen Sie die Übungen in jeh 15 Minuten auf ! Samstag üben Sie mit ihrem Kind 1 Stunde, Sonntags ist immer übungsfrei !
Für Wörter die ihr Kind immer falsch schreibt können sie eine Fehler-Kartei anlegen. Sie schreiben auf die Karteikarten die Fehlerwörter schön groß auf und markieren die Besonderheiten der Wörter mit einem Leuchtmarker. Die Karteikarten werden dann nach ABC geordnet u. nach dem Drei-Klassen-System : "gekonnt" - "noch nicht ganz sicher" - "unsicher" bearbeitet. Dabei wandern die gekonnten
Wörter immer ins hintere Fach u. werden nach 4 Wochen noch einmal diktiert u. aufgeschrieben. Gelingt dies fehlerfrei , wird die Karte aus der der Lernkartei entfernt. Eltern die nur wenig Zeit haben Lernkarten selber zu basteln,können auch auf die fertigen AOL- Lernboxen zurückgreifen :
Ältere Kinder können mit diesen Karteikarten auch sehr schön alleine üben. Damit ist es nicht immer nötig das die Eltern daneben sitzen. Allerdings hängt das natürlich auch von der Diziplin ihres Kindes ab . Schöner ist aber immer das "Zusammenlernen", denn meist macht es den Kindern mehr Spass.
Wichtig : Einen Fehler vermeiden ist wichtiger, wie ihn zu verbessern ! Deswegen stoppen sie ihr Kind ruhig während es schreibt u. Sie schon den Fehler erkennen können. Dies sollte mit ruhigen Worten geschehen :" Stopp! Überlege noch einmal genau wie dieses Wort geschrieben wird ! Kannst Du es verlängern ? Gibt es eine Regel für dieses Wort ?" Fehlerhaft
geschriebene Wörter sollten nicht verbessert sondern grundsätzlich neu aufgeschrieben werden. So merkt sich ihr Kind die Rechtschreibung besser, als wenn das Wort nur ausgebessert wird.
Lesenlernen : Lesenlernen ist leichter als Schreibenlernen ! Das gilt auch für den Legastheniker. Deswegen sollte Lesen gerade Anfangs gründlich u. täglich geübt werden. Sollte ihr Kind unter einer sehr schweren Legasthenie leiden und sich kaum einen Buchstaben merken können, sollten Sie ihrem Kind die Buchstaben mit Hilfe der Lautgebärden vermitteln. Die Lautgebärden-Methode wird auch von vielen Legasthenie-Therapeuten
mit viel Erfolg eingesetzt. Durch das Einsetzen mehrerer Sinne sind oft gute Erfolge zu verzeichnen. Hier können Sie sich ein kostenloses Programm dazu herunterladen : Die Lautgebärden Seite. Wenn die Legasthenie nicht so schwer ist wird ihr Kind auch ohne Lautgebärden lesen lernen. Zum Üben sollten Sie möglichst nicht die Schulfibel nutzen
um die Erinnerung an die Schule zu vermeiden. Am besten sucht sich ihr Kind die Leselektüre selber aus. Wichtig bei noch schwachen Lesern ist, daß die Bücher viele Bilder enthalten und einen großen Druck mit vielen Absätzen haben. Auch sollten keine zu schwierigen Wörter darin vorkommen u. der Inhalt möglichst spannend sein. Mein kleiner Legastheniker bevorzugte immer die Bücher vom Leselöwen , die für jedes Alter den richtigen Lesestoff anbieten. Auch die Schriftgröße ist bei diesen Büchern sehr schön groß.
Hier ein kleine Auswahl vom Leselöwen :Auswahl Leselöwe.
Das genaue Lesen kann nicht lange genug geübt werden. Anfangs setzt man unter schwere Wörter Silbenbögen u. Schwierigkeiten werden mit einem Leuchtmarker markiert. Diese sollten dann am nächsten Tag wiederholt gelesen werden. .Zunächst werden lange Sätze auch in kürzere Sinnabschnitte aufgeteilt . Ihr Kind sollte auch nur die Zeile sehen die es gerade liest. Decken Sie den übrigen Text bitte ab damit ihr Kind davon nicht
abgelenkt wird.
Wichtig ! : Ihr Kind muss laut lesen ! Die Lesedauer sollte Ihr Kind selbst bestimmen, sollte aber 10 Minuten pro Tag nicht unterschreiten. Schwierige u. unbekannte Texte/Wörter dürfen auch mal von den Eltern vorgelesen werden u. das Kind schaut dabei mit ins Buch. Auch wenn ihr Kind zu Hause schon gut liest , kann es immer wieder vorkommen das es in Sreßsituationen
den Text nicht richtig erfasst u. dessen Sinn nicht entnehmen kann. Gerade bei Textaufgaben u. Test`s die schriftlich beantwortet werden müssen führt dies immer wieder zu Fehlleistungen. Lassen Sie sich dadurch bitte nicht entmutigen u. versuchen Sie ihr Kind zu trösten u. wieder aufzubauen.
Aufsätze : Legasthene Kinder
schreiben meist jahrelang kümmerliche Aufsätze. Ihre
Sätze enthalten meist nur sehr kurze und einfache Wörter
um Fehler zu vermeiden u. möglichst schnell fertig zu
werden. Durch die Vermeidung der Komma-Setzung verlieren
sie schnell den Überblick über ihr Geschriebenes. Deshalb
umgehen sie längere Sätze und erst recht Nebensätze.
Gute Aufsätze zu schreiben ist aber für Legastheniker
, neben der mündlichen Note, die einzige Möglichkeit
die Deutschnote zu verbessern. Darher ist ein intensives
Aufsatztraining , für die gesamte Schulzeit unerläßlich.
Bevor sie nun mit ihrem Kind das Aufsatztraining
starten ist es sehr empfehlenswert selbst einen
Leitfaden zur Einsicht bereit zu halten. Ich selbst
benutze folgende Schülerhilfen :
Drehscheibe - Mein Aufsatzhelfer
Diese Drehscheiben sind einfach super . Mein legasthenes Kind nutzt diese Scheiben sehr gerne um Aufsätze zu schreiben. Anfangs wird ihr Kind noch viel "kurbeln" , aber nach und nach prägen sich die Wort und Formulierungshilfen ein.
Mit diesen Drehscheiben können Kinder das wortgewandte Schreiben von Geschichten und Aufsätzen lernen. Auf der Rückseite der Scheibe steht, wie der gelungene Aufbau einer
Geschichte aussieht und was am Anfang, im Mittelteil und am Ende einer
Geschichte beachtet werden muss. Durch Drehen der Scheibe erhalten die Kinder Vorschläge und Empfehlungen für Themen und Wörter zu bestimmten Aufsatzmotiven. Die Drehscheiben sind sehr lerneffizient, motivierend und lernökonomisch.